Widnau schafft Pokalturnier-Triple

25.07.2016 |   Gesellschaftliches, Pokalturnier

www.rheintaler.ch – Die Widnauer 2.-Liga-Fussballer gewinnen das 53. Rebsteiner Pokalturnier nach einem 1:0-Finalsieg gegen den FC Montlingen. Für den FC Widnau ist es der dritte Sieg in Folge am grossen Rheintaler Vorbereitungsturnier. Zuletzt war das Altstätten zwischen 2002 und 2004 gelungen.

Pokalturnier

REBSTEIN. Eben erst als Nummer 1 im Rheintaler Vereinsfussball entthront, holt sich der FC Widnau wie schon 2000, 2006, 2008, 2010, 2014 und 2015 den prestigeträchtigsten Fussball-Pokal, der im Rheintal vergeben wird.

Siegtor durch Rückkehrer

Wegen der einsetzenden Dämmerung und der dräuenden Gewitterwolken war es bereits recht dunkel geworden, als der finale Schlusspfiff des Schiedsrichters das 53. Rebsteiner Pokalturnier beendete. Und wieder einmal durften die Weiss-Blauen aus Widnau jubeln, die in einer ausgeglichen verlaufenen Finalpartie den FC Montlingen durch einen bereits in der 3. Minute gefallenen Treffer des stark spielenden Timo Faleschini besiegen konnten. Das vom FC Altstätten wieder zu den Widnauern zurückgekommene Talent zirkelte den Ball flach aus spitzem Winkel via Pfosten hinter die Torlinie. Bereits im Halbfinal gegen Gastgeber Rebstein hatte Widnau 1:0 gewonnen. Dieser Turniersieg ist zusammen mit dem Gewinn des Montlinger Beerli-Storen-Cups vor einer Woche Balsam für die geschundene Kickerseele der aus der 2. Liga interregional abgestiegenen Widnauer. Und ein Beweis dafür, dass sich das Aegeten-Team auf dem richtigen Weg befindet. Die Mischung, die am Pokalturnier zum Erfolg führte, soll auch in der Meisterschaft zielführend sein: Viele junge Spieler, die von einigen wenigen Routiniers geführt werden. Dasselbe gilt auch für den FC Montlingen, auch wenn Co-Trainer Remo Eicher nach dem verlorenen Final etwas relativiert: «Wir sind zwar sehr zufrieden und zeigten, dass wir schon gut beieinander sind. Und dieses tolle Abschneiden ist gut für den Teamgeist und das Selbstbewusstsein. Aber bei diesem Turnier fehlten noch bei den meisten Mannschaften wichtige Spieler, so dass keine zu grossen Rückschlüsse auf die Pflichtspiele zulässig sind.»

Starke Gruppe B

Montlingen hatte nach einem 3:0-Vorrundensieg gegen Widnau die Gruppe B gewonnen, in der alle Teams sechs Punkte totalisierten. Im Halbfinal siegten die Kolbensteiner gegen Steinach 2:1. Interessant ist, dass sich in allen Kreuzspielen vom Samstag jeweils der Vertreter der Gruppe B durchsetzte – ein klarer Hinweis darauf, welches die stärkere Gruppe war.

Dritter Platz für den Gastgeber

Das Spiel um Platz drei konnten die Gastgeber aus Rebstein gegen den FC Steinach mit 2:1 für sich entscheiden, wobei Tomasic und Schranz die Tore der Birkenauer erzielten. Trainer Andi Giger zeigte sich vom Spiel seiner Schützlinge angetan, «das ist für die Moral super. Aber wir befinden uns nach dem Abstieg aus der 2. Liga im Umbruch und müssen viele neue Spieler integrieren. Es wird noch einige Zeit brauchen, bis wir uns als Mannschaft finden.» Zu den Überraschungsteams des Turniers gehört zweifellos der FC Rüthi, der eine miserable Rückrunde in der 3. Liga hinter sich hat. Den Halbfinal hat die Mannschaft von Trainer Didi Metzler nur knapp verpasst, am Samstag gab es zwei weitere Siege: Zuerst wurde der stark ersatzgeschwächte FC St.Margrethen 2:0 besiegt, und im Spiel um den 5./6. Platz kamen die Rüthner wie in der Vorrunde zu einem 3:2-Sieg gegen Altstätten. Alle drei Tore der von Co-Trainer Ernst Capol gecoachten Rüthner erzielte Livio Sanseverino, der mal Abwehrchef und mal, wie in diesem Fall, Sturmwaffe ist. Der fünfte Platz ist respektabel, aber eher ein zu kleiner Lohn für die Leistungen der Rüthner – sie gewannen während des Turniers nämlich gleich viele Spiele wie Widnau. Interessant ist auch der Aspekt, dass Rüthi nun in einer Woche dreimal gegen Altstätten siegte – zweimal am Rebsteiner, einmal am Montlinger Turnier.

Torschützenkönig Gächter

«Dass wir einen 0:2-Rückstand noch zum 3:2-Sieg kehren konnten, spricht für unsere Moral», sagt Capol, «wir haben einige gute Jungs neu in das Kader bekommen. Umso stärker ist die heutige Leistung zu gewichten, zumal noch einige gefehlt haben.» Und der FC Altstätten? Das Team von Trainer Adrian Brunner musste sich nach unglücklich verlaufenen Spielen sowie arithmetischem Pech in der Vorrunde mit dem sechsten Rang begnügen. Aber eine Trophäe gab es doch noch für einen Städtli-Kicker: Ramon Gächter wurde mit starken sieben Treffern als erfolgreichster Torschütze des Turniers gewürdigt. Diese hohe Zahl ist kein Zufall: Mit 69 Toren in 29 Spielen wurde am 53. Pokalturnier mehrheitlich offensiver Fussball geboten.