«Am Anfang waren wir skeptisch»

02.05.2018 |   Birkenau 2025

Pascal Roth (links) übergibt die Projektleitung an Marcel Langenegger.

Quelle: rheintaler-bote.ch | Cassandra Wüst

Das Projekt «Birkenau 2025» vom FC Rebstein wurde kürzlich dem Rebsteiner Stimmvolk zur Abstimmung vorgelegt und mit einer klaren Mehrheit angenommen. Dem Rheintaler Bote gibt der Präsident Pascal Roth nähere Einblicke in das Projekt.

Fussball Der FC Rebstein ist einer der grössten Vereine im Dorf. Rund 190 Junioren und 150 Aktive sind wöchentlich auf dem Fussballplatz in der Birkenau anzutreffen. Doch die Ressourcen der Birkenau sind begrenzt, weshalb der FC Rebstein das Projekt «Birkenau 2025» lancierte. Pascal Roth, Präsident des FCR, übernahm Anfang 2017 die Projektleitung.

Herr Roth, wann hat man sich dazu entschieden, das Projekt «Birkenau 2025» ins Leben zu rufen?

Pascal Roth: Der Start war im Herbst 2016. Wir haben schon länger gesehen, dass überall Bedarf besteht. Im Vorstand hat man sich dann entschieden, ein grosses Projekt auf die Beine zu stellen, welches alles beinhaltet, was man in den nächsten Jahren machen sollte.

In welchen Bereichen besteht effektiv Nachholbedarf?

Es stehen an allen Ecken und Enden Sanierungen und Renovationen an, vor allem der Platzmangel und die veraltete Infrastruktur sind grosse Probleme. Besonders im Bereich Spielfelder, da wir zu wenig Trainingsfläche für die verschiedenen Mannschaften haben und auch das Clubhaus mit den Garderoben.

Was habt ihr unternommen, um die Leute auf das Projekt aufmerksam zu machen?

Wir haben uns überlegt, wie wir das Projekt am besten den Leuten vorstellen können, dass sie verstehen, in welche Bereiche der hohe Betrag für das Projekt fliessen wird. So ist die Idee entstanden, ein Video zu machen, welches für alle verständlich ist und alle Fakten aufzeigt. Das Video hat uns einen grossen Teil der «Verkaufsarbeit» abgenommen.

Denken Sie, dass dies der ausschlaggebende Punkt war, für das deutliche Ja der Bürgschaft?

Das ist mitunter sicher einer der Punkte. Zum anderen ist der gesamte Auftritt des Projekts gegen aussen sehr strukturiert dahergekommen und der FC Rebstein hat generell eine gute Akzeptanz im Dorf. In den letzten Jahren hat der FC alles selbst gestemmt, was die Sanierungen betrifft. Das haben wir den Leuten aufgezeigt und sie konnten sich so vorstellen, wie viele Stunden wir als Verein reingesteckt haben. Das hat sicher auch eine Rolle gespielt.

Wart ihr überrascht, dass die Zustimmung so gross war?

Am Anfang waren wir skeptisch, wie es bei den Leuten ankommt, da es mit hohen Kosten verbunden ist. Je mehr wir das Projekt vorgestellt und präsentiert haben und das Feedback von den Leuten erhielten, desto zuversichtlicher sind wir geworden. Mit dieser Klarheit, die bei der Abstimmung hervorstach, hätten wir jedoch nicht gerechnet, sind aber sehr erfreut über das Ergebnis.

Damit wurde ein wichtiger Schritt für das Projekt gemacht. Wann beginnen denn nun die Arbeiten auf dem Gelände?

In den Vorbereitungsphasen sind wir voll drin. Jetzt geht es darum, Baueingaben zu machen und die Aufträge für die erste Phase zu vergeben. Ziel ist es, diesen August zu starten, so dass man dann erstmals Veränderung auf dem Gelände sieht.

Sie sprechen von der ersten Phase. Wie viele Phasen beinhaltet das Projekt schlussendlich?

Wir haben das Projekt in vier Phasen eingeteilt. Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen von der Finanzierung her, zum anderen wegen des Spiel- und Trainingsbetriebs, den wir gewährleisten müssen. Im Sommer starten wir mit dem Clubhausanbau, dass wir mehr Garderoben zur Verfügung haben, bevor wir die Spielfelder vergrössern. Da wir jetzt schon am Anschlag sind, sind die Etappen so aufeinander abgestimmt, dass wir den jetztigen Stand halten können.

Das gesamte Projekt ist mit Kosten von rund 5.7 Millionen Franken verbunden. Wie wird dies finanziert?

Zum Teil vom Sportfonds «Sport Toto». Zum Grossteil natürlich von der Gemeinde, welche 4,7 Millionen Franken beisteuert. Der letzte Teil wird vom FC Rebstein selbst übernommen, welchen wir vor allem durch Frohndienststunden abarbeiten und auch durch Anlässe, wie einen Sponsorenlauf.

Nicht nur viel Geld wird in das Projekt investiert, sondern auch sehr viel Freiwilligenarbeit von eurer Seite. Was ist eure Motivation?

Die Motivation ist sicher der ersichtliche Unterschied, der auf der Birkenau entstehen wird. Wir wollen den Verein erfolgreich in die Zukunft weiterlaufen lassen, so dass die Strukturen für zukünftige Generationen vorhanden sind. Die grosse Nachwuchs-Abteilung im FC Rebstein ist natürlich eine weitere Motivation ihnen etwas zu hinterlassen, an dem sie weiter arbeiten können.

Was liegt Ihnen besonders am Herzen an dem Projekt?

Dass sich der Verein gesamtheitlich an dem Projekt beteiligt und viele Mitglieder auch die zusätzliche Belastung auf sich nehmen. Die Motivation ist im gesamten Verein jedoch sehr hoch. Die Kunst wird es nun sein, die Motivation aller in den nächsten sieben Jahren aufrechtzuerhalten.

Die Projektphase ist nun abgeschlossen. Sind sie auf Kurs, um das Projekt wie geplant im Jahr 2025 abzuschliessen?

Stand jetzt ist, dass wir im Dezember 2024 fertig sind. Wir wollen uns jedoch nicht darauf behaften lassen, wenn es ein wenig länger geht, was bei solchen Projekten durchaus mal vorkommen kann. Die operative Leitung habe ich am 3. April nun an Marcel Langenegger übergeben. Als Präsident werde ich auch in Zukunft intensiv mit dem Projekt verbunden sein.