Pokal-Spender feiert Schnapszahl

17.07.2018 |   Pokalturnier

Als 15-Jähriger feierte Werner Zünd am Pokalturniers seine ersten Einsätze im Fanionteam des FC Rebstein. 55 Jahre später spendet er den Pokal des 55. Pokalturniers, das morgen, Mittwoch, eröffnet wird, und unterstreicht damit ein weiteres Mal seine Verbundenheit zu seinem Verein.

Fussball. Hier hat vor 55 Jahren alles begonnen, blickte Werner Zünd vor wenigen Tagen Richtung Mittelkreis des Hauptplatzes auf der Rebsteiner Birkenau. «Der Fussball öffnete mir viele Türen. Jetzt will ich auch etwas zurückgeben.» Auslöser dafür sind die Schnapszahlen sowie sein 70. Geburtstag, den Werner Zünd Anfang Jahr feiern konnte.

Pokalturniersieger und Schweizer Meister

Erinnert er sich an sein erstes Pokalturnier 1963, erinnert er sich vor allem daran, dass er als Flügelstürmer aufgeboten wurde: «Ich spielte immer eine Halbzeit, der spätere Rebsteiner Rundenchef und Schiedsrichter Georges Federer, die andere.» Werner Zünd spielte in der Folge bis 1980 während 17 Jahren als Mittelfeldspieler und Libero in der Zweitligamannschaft. Auch seine Trainerkarriere startete er in Rebstein – bei den Junioren. Er coachte verschiedene Vereine, gewann unter anderem mit St.Margrethen einmal das Pokalturnier. Doch eigentlich schlug sein Herz immer Grün-Weiss. Grün-Weiss für den FC Rebstein und Grün-Weiss für den FC St.Gallen, bei dem er während 17 Jahren Assistenztrainer war. In der Kantonshauptstadt sah er Cheftrainer kommen und gehen, sprang immer wieder als Interimstrainer ein. Er wurde im Jahr 2000 Schweizer Meister, erlebte den Umzug vom Espenmoos in die AFG-Arena, dem heutigen Kybunpark. Er machte Stadionführungen, war Scout. Heute noch bedruckt er Trikots, legt gerne überall Hand an wo es ihn braucht.

Gerne auf der «Birkenau»

In Rebstein ist er seit eineinhalb Jahren Assistenztrainer – immer mittwochs. «Wenn ich etwas Kleines in einem grossen Zahnrad bewirken kann, mache ich das gerne», erzählt er. Seine Arbeit wird geschätzt, die Spieler freuen sich, wenn sie ihn sehen. So, wie am Abend des Interviewtermins, als Zünd erstmals nach längerer Ferienabwesenheit, wieder auf der Rebsteiner Birkenau aufkreuzt. Hier und dort gibt es einen Spruch. Zünd lacht: «Das ist eine tolle Truppe.» Den Trainer kennt er schon länger. Daniele Polverino spielte zu Zeiten von Trainer Uwe Rapolder in St.Gallen.

Auch am Pokalturnier wird Werner Zünds Herz Grün-Weiss schlagen. Er fände es schön, wenn der FC Rebstein den Pokal nach 1981 erstmals wieder gewinnen könnte, schliesslich gehöre er aber derjenigen Mannschaft, die über drei Tage die beste Leistung zeigt: «Ich hoffe, dass die Zuschauer spannende, unfallfreie Begegnungen sehen und die Kameradschaft im Anschluss gepflegt wird.»

Legendäre Feste

Auch Werner Zünd selber freut sich aufs Turnier. Auf den Fussball und das Fest und gibt zu: «Es ärgerte mich immer etwas, wenn ich wegen eines Auswärtsspiel oder Trainingslagers nicht dabei sein konnte.» Unvergesslich seien die legendären Feste mit den «Mölltalern»: «So etwas habe ich nie mehr erlebt.» Das Pokalturnier erlebte er früher, wie die heutigen Spieler des Fanionteams auch: «Spielen und arbeiten.» Ehefrau Ruth Zünd führte während Jahren zusammen mit vielen fleissigen Frauen aus dem Dorf die Bar in der alten Clubhütte: «Am Sonntag abend wurde jeweils von den Einheimischen kein Geld mehr einkassiert. Die Strichli-Liste wurde später abgerechnet.»

Legende: Werner Zünd spendet zu seinem 55. Pokalturnier den Pokal.

17 Jahre bis 1980