Schmeichelhafter Sieg, bittere Pleite

09.04.2019 |   1. Mannschaft

Ein Zweikampf mit Austeilen und Einstecken und dem Tor im Blick: Rebsteins Julian Rupp (rechts) versucht, sich gegen St. Margrethens Fabio Künzler durchzusetzen, schafft es hier aber nicht. (Bild: Remo Zollinger)

Mit der Ausbeute von drei Punkten kann der FC St. Margrethen zufriedener sein als mit dem gezeigten Spiel. Der 2:1-Sieg gegen Rebstein war für die Heimelf etwas schmeichelhaft, die Gäste verloren unglücklich.

Remo Zollinger | rheintaler.ch

In der 75. Minute belohnte sich der FC Rebstein für einen couragierten Auftritt. Rico Köppel traf per Kopf zum 1:1, es schien ganz so, als könnte der Tabellenletzte dem FC St. Margrethen ein Bein stellen und den sechsten Punkt in dieser Saison holen.

Sechs Minuten später (und am Ende) stand der FCR jedoch schon wieder mit leeren Händen da. Der 16-jährige Erolind Sylaj schüttelte alle Gegner ab und schob den Ball mit rechts an Daniel Erlacher vorbei zum 2:1 ins Netz. Wie in Buchs war Sylaj erfolgreich – und auch wie in Buchs erzielte Liridon Maliqi das 1:0.

Das erste Tor war ein Kuriosum

Beim ersten Tor in der 18. Minute war St. Margrethen glücklich, Rebstein etwas naiv und Maliqi schlitzohrig. Ein Rebsteiner spielte den Ball in Richtung Torhüter, Maliqi schlich sich dazwischen und traf. Dies wäre nicht kurios, hätte der Verteidiger nicht den Ball Erlacher zugespielt, damit dieser einen Abseitsfreistoss treten kann. Der Schiedsrichter betrachtete diesen mit dem Rückpass aber schon als ausgeführt, und Maliqi packte die Chance.

Abgesehen davon hatten die Gastgeber in der ersten Hälfte nicht viel gezeigt. Sie tappten auffällig oft – fünfmal innerhalb der ersten 30 Minuten – in die Rebsteiner Abseitsfalle, zu Abschlüssen kamen sie selten. Rebstein hatte drei Chancen (Baumgartner, Dürr, Rupp), ein Tor gelang dem Tabellenletzten jedoch vor der Pause nicht. Der Auftritt gab aber Mut für den zweiten Spielabschnitt, der FCR zeigte eine starke Reaktion auf die Schmach vor einer Woche gegen Montlingen. Er spielte aktiv mit und liess wenig zu, einzig der letzte, entscheidende Ball fehlte zu oft.

Die zweite Hälfte begann gleich wie die erste, mit einer Chance von Julian Rupp und einer Parade von Teoman Dastan. Dann plätscherte das Spiel ereignisarm vor sich hin: Obwohl die Stürmer Maliqi und Philip Baumgartner äusserst lauf- und einsatzfreudig wirkten, kamen sie kaum zum Abschluss.

Angetrieben von Captain Lukas Dierauer («weiter! weiter!») kämpfte sich der FC Rebstein dann jedoch zurück ins Spiel und kam zum verdienten Ausgleich. Dass kurz darauf das 2:1 fiel, ist für St. Margrethen ein guter Lohn und für Rebstein das Gegenteil.

Rebsteins Lage wird ungemütlicher

Weil Rebstein auf das zweite Gegentor nicht mehr reagieren konnte, brachte die restliche Spielzeit inklusive acht Minuten Nachspielzeit nichts mehr ein. St. Margrethen holte den Dreier nicht ganz unverdient, weil es in den entscheidenden Szenen glücklicher war, aber doch ein wenig schmeichelhaft. In der Rangliste preschen die Unterrheintaler damit auf den dritten Rang vor.

Der FC Rebstein bleibt Letzter, bleibt auf seinen mickrigen fünf Pünktchen sitzen. Weil Buchs gewonnen hat, ist der Zweitletzte nun schon acht Längen entfernt, ebenso wie der FC Linth auf Rang zehn.

2. Liga, Gruppe 1

FC St. Margrethen – FC Rebstein 2:1 (1:0)

Rheinau – 280 Zuschauer – SR: Aliji

Tore: 18. Maliqi 1:0, 75. Köppel 1:1, 81. Sylaj 2:1.

St. Margrethen: Dastan; Künzler, Shoshi, Karahasanovic, Sinani; Alves, D’Amico, Kopre (63. Cetinkaya), Lütolf, Sylaj (88. Rushiti); Maliqi (85. Sarac).

Rebstein: Erlacher; Haltiner, Dierauer, Böhrer; Dürr (83. Kuster), Demirci, Aydin (58. Tomasic), Nüesch (66. Eugster); Köppel (87. Savanovic); Baumgartner, Rupp.

Gelbe Karten: 45. Sylaj, 52. Maliqi, 70. Sho­shi, 73. Lütolf, 91. Dierauer (alle Foul).