Mit der Stubete Gäng und ABBA Fever wurde das 63. Pokalturnier auch musikalisch zum Volltreffer
Es kommt nicht häufig vor, dass ein zweifacher Swiss-Music-Award-Gewinner im Rheintal Station macht. «Die Stubete Gäng ist ein absoluter Top-Act», sagte Pokalturnier-OK-Chef Joshua Boehrer. Die Band aus Hagendorn, zehn Autominuten von Zug entfernt, begeistert mit ihrem «Örbn Ländler» Jung und Alt gleichermassen. Das war auch am Freitagabend so: Vertreten waren alle Generationen. Allein im Festzelt waren es 1200 begeisterte Partygäste, Hunderte Pokalturnierbesucher ohne Konzertticket nicht mitgerechnet. Das Publikum erwies sich nicht nur bei «Petra Sturzenegger», «Göschenen-Airolo» oder «Richi» als äusserst textsicher.
Ein grosser Show-Name auf der Birkenau
«Wir sind sehr glücklich, dass auch die Stubete Gäng vom Konzept des Pokalturniers mit lokalen Fussballhelden und vielfältigem Unterhaltungsprogramm überzeugt war», sagte Boehrer. Die Idee, einen «Grossen» der Schweizer Show-Szene ins Rheintal zu holen, entstand aus Gedanken der OK-Mitglieder hinsichtlich der Weiterentwicklung des Pokalturniers. «Dafür sind wir ein gewisses Risiko eingegangen, was einerseits die Refinanzierbarkeit des Engagements der Band angeht wie auch die Kapazität der Birkenau und der zahlreichen freiwilligen Helfenden im und um den FC Rebstein.» Die Entscheidung habe sich aber mehr als gelohnt, freut sich Boehrer.
«Der Freitagabend war ein voller Erfolg. Es war eine Wahnsinnsstimmung, was uns riesig gefreut hat. Für die Wahrnehmung des Pokalturniers war es wichtig, einen Abend zu haben, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt», sagte der OK-Chef. Dies bestätigten auch die vielen begeisterten Rückmeldungen, die er erhalten habe. «Dass die live so gut sind, hätte ich nie gedacht», sagte ein Zuschauer, bevor er sich in die Polonaise einreihte. «Einfach eine tolle Show – ein richtig schöner Abend», stellte eine Besucherin mit Solothurner Dialekt und mit einer rot-weissen Mütze, mit der sie sich als Stubete-Gäng-Fan outete, fest. Die Mütze hat sie wegen der Temperatur im Festzelt freilich nicht benötigt. Die Stimmung war auf dem Siedepunkt.
Die Zusammenarbeit mit der Stubete Gäng sei von Anfang an sehr positiv und unkompliziert gewesen, lobte Boehrer und verwies auch auf die tolle Arbeit der OK-Mitglieder aus dem Unterhaltungsbereich. Nach dem Konzert verabschiedete sich die achtköpfige «Gang» in Richtung Tessin, wo sie am Samstagabend am «Moon & Stars» auf der Piazza Grande in Locarno ihren nächsten Auftritt hatten.
ABBA kam für einmal nicht aus Schweden
Den umgekehrten Weg – jenen von Süden nach Norden – nahmen vier Musiker und zwei Sängerinnen am Samstagmorgen unter die Busräder. Die «ABBA Fever», eine ABBA-Coverband aus der Nähe von Mailand, brachte am Abend nach den Finalspielen Nostalgie auf die Birkenau.
«Mega sympathisch», umschrieb Boehrer die Musikerinnen und Musiker aus Italien. «Für uns war es wichtig, dass wir mit der Stubete Gäng und dem Lokalmatador Marvin Sgier, der am Mittwochabend auftrat, einen Bogen spannen konnten.» Ein Punkt war auch die Überlegung, welche Musikrichtung verschiedene Generationen ansprechen würde. Mit «ABBA Fever» haben die Organisatoren einen Volltreffer gelandet. Die vier Musiker und die beiden Sängerinnen Moira Nicardi und Isabelle Annoni, die ihren beiden Vorbildern aus Schweden auch äusserlich ähneln, brachten jene zeitlosen Songs auf die Bühne, mit denen ABBA zwischen 1974 und 1982 Musikgeschichte schrieb. «Pokalturnier fägt!» Wer dabei war, kann dies bestätigen.
Text: Hansueli Steiger; Der Rheintaler